Poetry Slam

Ist das die neue Form von Dichtung und Kunstvorträgen?

Früher noch eine Randsportart in der Kunst heute gut besucht und in aller Munde ist der Poetry Slam. Mittlerweile traut sich jeder Kunstbanause ins Publikum und für manchen antretenden Poeten ist es eine Mutprobe sich dem Publikum zu stellen.

Was zeichnet einen Poetry Slam aus?

Ein Poetry Slam ist eine Veranstaltung, bei dem der gesprochene Text des Poeten im Vordergrund steht. Hier treten, je nach Modell, verschieden viele Teilnehmer an.

Punktemodell:

Es gibt das Punktemodell, bei denen fünf Menschen aus dem Publikum mit einer Punktetafel jeden gesprochenen Text von eins bis zehn bewertet. Dabei sind auch Nachkommastellen erwünscht. Von den Bewertungen werden die höchste und die niedrigste Wertung gestrichen und die drei mittleren Wertungen addiert und gehen in die Wertung ein. Die drei Poeten mit der höchsten Wertung ziehen dann in das Finale ein und können dort einen zweiten Text vorlesen.

Publikums-Modell:

Sehr beliebt ist das Publikums-Modell, das nach der Resonanz des Publikums entscheidet, wie gut der Text vom Poet gewesen ist. Der Moderator entscheidet dann anhand der Stimmung und der Lautstärke des Applauses über das Erreichen des Finales. Für das Publikum und Poeten fühlt sich dieses Modell fairer an, da alle einen Teil der Entscheidung ausmachen,

Regeln eines Vortrags beim Poetry Slams:

  • Jeder Poet hat etwa fünf Minuten Zeit einen Text entweder frei oder abgelesen vorzutragen. Dabei wird nicht genau auf die Sekunde geachtet sondern nur darauf, dass der Text im Rahmen bleibt.
  • Der Text muss von jedem selbst geschrieben werden. Zitate sind erlaubt, müssen jedoch auch so erkenntlich angemerkt werden. Sollte zu viel abgekupfert sein ist das negativ und wird angemerkt.
  • Es darf nicht ausschließlich gesungen werden.

Regeln des Publikums:

Respect the poet. Das wird vor Beginn jeder Veranstaltung betont. Jeder der Poeten traut sich mit einem selbstgeschriebenen Text auf die Bühne, das sollte respektiert werden. Ein kleiner Applaus für den Mut ist immer angemessen und sollte weder in negativen Zurufen ausarten. Hier geht es natürlich darum, dass jeder Poet positive Erfahrungen macht. 

Wie auch bei anderen Vorstellung darf während der Vorstellung gelacht werden, jedoch störende Gespräche und unpassendes, lautes Rufen darf vermieden werden.

Verschiedene Arten von Slams

Durch die wachsende Beliebtheit von Poetry Slams entstehen weitere Unterformen von Slams, diese sind zum Beispiel der Science Slam oder Shortfilm Slams. Selbst ein ganzes Tagesfestival in Hamburg wurde den Slams gewidmet – Slamville.

Nachrichten Schweiz berichten über Erfolgsgeschichten des Poetry Spams und deren Formate.

Warum treten Poeten an

Für viele ist ein vorgetragener Text eine Überwindung um aus der eigenen Komfortzone auszutreten und vor Publikum zu sprechen. Ob sie dabei Erfolg haben und das Publikum für sich gewinnen ist erstmal zweitrangig. Die Poeten werden bei solchen Veranstaltungen auch nicht bezahlt. Am ende können diese einen Kleinigkeit, wie eine Flasche Whiskey oder einen Pokal, gewinnen.

Mit ihrer Zeit geben sie dem Leben einen Kredit in punkto Zeit. Das Geld kommt erst auf anderen Wegen.

In dem Geschäft gibt es natürlich auch alte Hasen, die dem einen oder anderen bekannt sind. Diese machen das hauptberuflich, leben jedoch von eigenen Veranstaltungen, Büchern oder Auftritten im Fernsehen oder Shows. Der Poetry Slam ist ein Sprungbrett für Poeten als lokale Berühmtheiten, die über soziale Medien geteilt werden um sich damit einen Namen zu machen.

Bestes Beispiel: Gewinnerin von vielen Slams – Giulia Enders – Darm mit Charme

Hier gilt es wirklich zu leisten und wahren Fame zu gewinnen und alles für Instagram Likes zu tun.

 

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